Migräne

Bei der Migräne handelt es sich um eine weit verbreitete chronische Erkrankung, die sich durch heftigste, meist halbseitige Kopfschmerzen äußert, die mehr oder weniger regelmäßig auftreten. Bisher gibt es keine Heilungsmöglichkeiten, aber eine deutliche Linderung der Schmerzattacken bzw. Abnahme der Anfallshäufigkeit.

Bereits aus der Mittelsteinzeit gibt es Zeugnisse für Behandlungsversuche bei Migräne. Man fand Schädel, die mit Steinwerkzeugen aufgemeißelt waren und laut archäologischer Funde war die Überlebensquote ca. 50%. Ob die Schädeleröffnungen tatsächlich medizinischer Art waren oder dem Entweichen böser Geister dienen sollten, die als Ursache der Schmerzen angesehen wurden, ist nicht bekannt. Die genannte Methode war bis in das 17.Jahrhundert eine übliche Methode um böse Geister zu vertreiben. Auch aus dem Ägypten der Pharaonenzeit gibt es Dokumente über Behandlungsmethoden bei Kopfschmerzen, wie z.B. Einreibungen mit der Knochenasche von Welsen. Bereits 400 v.Chr. beschrieb der griechische Arzt Hippokrates die auftretenden Sehstörungen, die sogenannte Aura, als Vorboten eines Migräneanfalls bei der „Dämpfe aus dem Magen in den Kopf aufsteigen“ und somit die Sicht vernebelt wird. Im 2. Jahrhundert nach Chr. Wurde die Migräne zum ersten Mal genau beschrieben und von anderen Arten von Kopfschmerzen abgegrenzt. Im 17. Jahrhundert.

Allein in Deutschland leiden derzeit ca. 3,5 Millionen Menschen an Migräne. Frauen sind mit etwa 18 % dreimal so oft betroffen wie Männer, bei denen Anfälle mit einer Häufigkeit von ca 6,5 % nachgewiesen werden. Bereits Kinder können davon betroffen sein, wobei hier die Geschlechterverteilung noch nicht so ausgeprägt ist.

Meist treten die anfallsartigen, heftigen Kopfschmerzen halbseitig auf und sind vor allem im Bereich der Augen Schläfen oder Stirn pulsierend, pochend oder ziehend zu spüren. Eine Migräne kann unter anderem auch von Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Übelkeit und Erbrechen sowie Sehstörungen, einer sog. Aura begleitet sein Die Schmerzattacken können sich über Stunden bis mehrere Tage erstrecken und verstärken sich bei körperlichen Aktivitäten, hellem Licht oder Lärm, so dass die Betroffenen nur bedingt oder gar nicht ihrem Tagesgeschäft nachgehen können.

Die auslösenden Faktoren von Migräneanfällen sind sehr breit gestreut. Um hier nur einige zu nennen: Wetterschwankungen, Föhn, Stress bzw. nachlassender Stress (sog. Wochenendmigräne), Schlafmangel oder zu viel Schlaf, menstruelle, hormonelle Schwankungen bei Frauen. Aber auch Genuss- oder Lebensmittel wie Nikotin, Kaffee, Schokolade, Rotwein, bestimmte Käsesorten und verschiedenste Nüsse konnten als Schlüsselreize nachgewiesen werden.

Der Entstehungsmechanismus einer Migräneattacke konnte bis heute noch nicht vollständig aufgeklärt werden. Es scheint jedoch so, dass die Botenstoffe Serotonin, Noradrenalin CGRP (Calcitonin Gene related Peptide) beim Auftreten einer Migräne eine wichtige Rolle spielen und die Blutgefäße und die Schmerzempfindlichkeit im Gehirn beeinflussen.

Magnesium und Migräne

Magnesium  ist ein wichtiges Element in der Zelle  und an verschiedensten intrazellulären Funktionen beteiligt und es scheint dass Magnesium eine wichtige Rolle bei der Entstehung einer Migräne spielen könnte. Untersuchungen von Migränepatienten haben gezeigt, dass diese im Vergleich zu gesunden Probanden häufig einen deutlich niedrigeren Magnesiumspiegel im Blut aufweisen. Kann Magnesiummangel Migräne auslösen? Verschiedene wissenschaftliche Arbeitsgruppen haben unabhängig voneinander untersucht, diese Frage zu beantworten. Übereinstimmend konnte gezeigt werden, dass ein Zusammenhang besteht zwischen Anfallshäufigkeit bzw. Schmerzstärke und dem Magnesiumspiegel im Blut.  Eine Zufuhr von 600 mg Magnesium pro Tag über 3 Monate führte in einer randomisierten, Placebo kontrollierten Doppelblindstudie zu einer Abnahme der Anfälle und der Schmerzstärke. Außerdem konnte hier nachgewiesen werden, dass sich der Blutfluss in der Hirnrinde im Vergleich zu den Placebo-Patienten, die kein Magnesium erhalten hatten, veränderte.

Da diese Ergebnisse jedoch noch nicht signifikant sind, bedarf es weiterer Studien mit größeren Patientenzahlen. Aber ein Resümee kann man auf jeden Fall ziehen. Eine ausreichende Versorgung mit Magnesium ist sehr wichtig. Die deutsche Gesellschaft für Ernährung geht von einem Normalbedarf bei Frauen von 300 – 350 mg/Tag, bei Männern von 350 – 400 mg/Tag aus. Die Deutsche Migräne Liga e.V. empfiehlt Magnesium hochdosiert (600 bis 900 Milligramm täglich) zur Migräne Prophylaxe.

 

Quellen:
Köseoglu E, Talaslioglu A, Gönül AS et al. The effects of magnesium prophylaxis in migraine without aura. Magnesium Res. 2008 Jun;21(2):101-8.

Peikert A, Wilimzig C, Köhne-Volland R. Prophylaxis of migraine with oral magnesium: results from a prospective, multi-center, placebo-controlled and double-blind randomized study. Cephalalgia. 1996 Jun;16(4):257-63

Taubert K, Keil G. Pilotstudie zur Magnesiumtherapie von Migräne und Kopfschmerzen. Z Arztl Fortbild (Jena). 1991 Jan 25;85(1-2):67-8.

Wöber, C. et al Zur Therapie attackenförmiger Kopfschmerzen, J. Neurol Neurochir. Psychiatr 3/2001: 26-37

Wöber, C. Prophylaxe mit Magnesium – Sportler und Migräniker profitieren. Apotheke und Marketing 5/2011:56

Afshin Samaie, Nabiollah Asghari,Raheb Ghorbani, Jafar Arda. Blood Magnesium levels in migraineurs within and between the headache attacks: a case control study. An Afr Med J. 2012; 11:46 Published online 2012 Mar 15PMC3343674

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